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Jährliches Wechselfieber bei Kfz-Versicherungen
17.11.2011

Zahlreiche Werbespots im Fernsehen oder auch Zeitungsanzeigen raten dazu, bis zum 30. November seinen Kfz-Vertrag zu kündigen und zu einer günstigeren Kfz-Versicherung zu wechseln. Doch bevor man dies befolgt, sollte man sich umfassend informieren, um Nachteile auszuschließen.

Fast jeder Versicherungsnehmer hat bis zum 30. November die Möglichkeit, seine bisherige Kfz-Police zum Ablauf zu kündigen und zum 1. Januar zu einer anderen, möglicherweise günstigeren Versicherung zu wechseln. Allerdings sollte sich der Wechselwillige bereits vor der Kündigung nach einem passenden Tarif umsehen, um nicht ohne oder mit einem schlechteren Versicherungsschutz als bisher ins neue Jahr zu gehen.

Es ist gar nicht so einfach, die für seine Ansprüche passende Autoversicherung zu finden. Denn die Zeiten sind vorbei, als bei der Kfz-Haftpflicht-, der Voll- oder der Teilkaskoversicherung jeder Versicherer nahezu denselben Versicherungsumfang anbot.

Die reine Prämienangabe reicht nicht

Mittlerweile bieten die Gesellschaften diverse zusätzlich versicherte Risiken, wie beispielsweise Mitversicherung von Marderbissen in der Teilkasko. Aber auch zahlreiche Rabattmöglichkeiten werden offeriert. Die reine Prämienangabe reicht daher in den wenigsten Fällen aus, einen passenden Vertrag aus den unzähligen Tarifkombinationen zu finden.

Grundsätzlich sollte man wissen, welche Leistungen die einzelnen Kfz-Versicherungsarten beinhalten und wann diese sinnvoll sind. Wer beispielsweise ein bereits abbezahltes Auto sein Eigen nennt, kann eventuell von der Vollkasko auf die Teilkasko wechseln, wenn ein selbstverschuldeter Totalschaden nicht ein finanzielles Desaster bedeuten würde.

Für einen objektiven Vergleich ist es zudem wichtig, die Tarifdetails zu kennen, da es mittlerweile diverse Zusatzangebote und Erweiterungen des Versicherungsumfangs bei der Kfz-Versicherung gibt. Für den Einzelnen kann beispielsweise eine Mallorca-Deckung oder eine Neupreisentschädigung ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen bestimmten Tarif sein. 

Mallorca-Deckung

Verursacht man mit einem Mietwagen einen Unfall, so tritt die Autohaftpflicht-Versicherung des Vermieters ein. Im Ausland liegen die gesetzlichen Versicherungssummen jedoch oft deutlich niedriger, als man es von Deutschland her kennt.

Die sogenannte Mallorca-Deckung sichert den Mietwagen in der Haftpflicht-Versicherung so ab wie das eigene Fahrzeug in Deutschland. Sie sorgt so dafür, dass man bei großen Schäden die Differenz zwischen Schadenhöhe und der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdeckungssumme des Landes nicht aus der eigenen Tasche zahlen muss.

Neupreisentschädigung

Erleidet man mit seinem Kfz einen Totalschaden oder wird es gestohlen, erstattet der Autoversicherer den Neupreis an den Versicherungskunden, wenn das Fahrzeug ein bestimmtes Alter nicht überschritten hat. Die Altersgrenze ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und liegt in der Regel zwischen drei Monate und zwei Jahre nach Erstzulassung.

Vorsicht: Rabatte

Besonderes Augenmerk beim Versicherungsvergleich sollte man auf die verschiedenen Rabatte legen. Die Palette ist vielfältig: Einzelfahrerrabatt, Garagenrabatt, Frauenrabatt, Nutzkreisrabatt, Partnerrabatt, Wenigfahrerrabatt und viele mehr.

Doch Achtung: Die Voraussetzungen für einen solchen Rabatt müssen auch erfüllt werden. Wer beispielsweise angibt, nur selbst zu fahren, sollte dies auch konsequent einhalten.

Die Strafen für falsche oder nicht eingehaltene Angaben reichen bis zu einer Höhe von zwei vollen Jahresprämien und können im Kaskobereich sogar bis hin zu Leistungskürzungen führen.

So kündigt man richtig

Kfz-Versicherungsverträge können in der Regel mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Vertragsablauf gekündigt werden. Da die meisten Autoversicherungen normalerweise zum 31. Dezember jeden Jahres ablaufen, bedeutet dies, dass die Kündigung bis zum 30. November beim Versicherer sein muss.

Um einen Nachweis zu haben, sollte eine Kündigung per Einschreiben erfolgen. Zudem ist es sinnvoll, mit der Kündigung eine schriftliche Kündigungsbestätigung beim Versicherer anzufordern.

Wichtig ist, dass darauf geachtet wird, dass ein neuer Vertrag nahtlos ab dem Kündigungstermin des Vorvertrags Versicherungsschutz bietet. Der Versicherer informiert in der Regel bei einem Versichererwechsel nach Antragsstellung automatisch die Zulassungsstelle über den neuen Versicherungsschutz.